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Pensionsfonds standen im Mittelpunkt des Versicherungsforums in Vaduz
VADUZ – Vier Topreferenten waren gestern in der Hochschule Vaduz zu Gast. Im vollbelegten Auditorium stand das Thema Pensionsfonds und ihre Ansiedlung auf dem Marktplatz Liechtenstein im Mittelpunkt. Zur Veranstaltung lud das Versicherungsforum.
Von Dietmar Hofer
Die Sicherung der Renten wird zu einer der grössten Herausforderungen in den kommenden Jahren. Damit man im betagten Alter auf finanziell sicheren Beinen steht, plant die EU die Einführung einen paneuropäischen Pensionsfonds. Umgesetzt wird dieser auch im EWR-Land Liechtenstein. Wobei die Richtlinie nicht als lästige Umsetzungspflicht gesehen wird, sondern als grosse Chance für den Ausbau des Kapitalmarktes.
Attraktiver Standort
Bereits 2005 hat die Regierung das Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen mit der Ausarbeitung einer Studie über den Pensionsfonds-Standort Liechtenstein beauftragt. Mit dem Schluss, dass die Nachfrage nach einer betrieblichen Altersvorsorge in den meisten Ländern Europas stark zunehmen wird. Laut Studie hat Liechtenstein alle Voraussetzungen, um sich als attraktiver Standort für Pensionsfonds zu etablieren. Von der Regierung wurden entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen ausgearbeitet, die Wirtschaftsminister Klaus Tschütscher in seiner gestrigen Ansprache als wichtige Mosaiksteine bezeichnete. «Das Tor zum Binnenmarkt Europas ist aufgestossen», so Tschütscher. Wie die liechtensteinische Pensionsfondsgesetzgebung in der Praxis umgesetzt werden kann, fasste Mario Gassner von der Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein zusammen. Als Leiter der Versicherungs- und Vorsorgeaufsicht ist Gassner Experte im Bereich Pensionsfonds. Sein Fazit: «Der Finanzplatz Liechtenstein zeichnet sich durch entsprechende Seriosität und generelle Rechtssicherheit aus. Ausserdem hat das Land Erfahrung in Finanzdienstleistungen.» Gassner kann sich gut vorstellen, dass das Fürstentum ein Bindeglied zwischen der Schweiz und dem EURaum wird.
Seriosität ist oberstes Gebot
Als kleines Land kann Liechtenstein seine Vorzüge wie Flexibilität und rasche Entscheide durch die Aufsichtsbehörde voll ausspielen. Die FMA arbeitet dabei mit in- und ausländischen Behörden zusammen. Dass der Finanzmarktaufsicht eine wichtige Rolle zukommt, unterstrich Martin Großmann von der LV 1871 Pensionsfonds AG. «Wenn nur ein Fonds pleite geht, würde das einen schweren Schaden für den kompletten Finanzmarkt Liechtenstein bedeuten.» Schliesslich geht es bei den Pensionsfonds um die sichere und langfriste Anlage von Vorsorgekapital. «Da muss man über Jahrzehnte vorausplanen », erklärte das Mitglied der LVGeschäftsleitung. Für Großmann gilt es, sich im Wettbewerb der Länder durch höhere Reaktionsgeschwindigkeit zu behaupten. Ein «lückenloser» gesetzlicher Rahmen würde nur zur Erstarrung führen.
Liechtenstein als «Pool-Platz»
Die Pensionsfonds aus Sicht eines multinationalen Konzerns stellte Geoffrey Furlonger von Aon- Consulting dar. Bei der betrieblichen Vorsorge gelte es, die 25 unterschiedlichen Systeme der EUStaaten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Die internationale Vernetzung und die Zusammenarbeit aller Nationen ist deshalb von grösster Bedeutung. Wenn Kapitalanlagen zusammengeführt werden, bringt dies auch Kostenersparnis. Geoffrey kann sich durchaus vorstellen, dass Liechtenstein ein sogenannter «Pool-Platz» wird.