Assurance Services AG
Mehrsparten-Versicherungsgruppe Quantum Holdings erhöht Kapitalisierung
VADUZ – Gut kapitalisierte Versicherungen geraten auch in der Finanzkrise kaum in Schieflage. So hat die Quantum ihr Kapital dem erhöhten Prämienvolumen angepasst. Das «Produkthaus» will in der EU wachsen und steigt in der Schweiz ein.
«Wir verstehen uns als Produkthaus: Wir entwickeln Versicherungsprodukte, die auf die Zielgruppen unserer Vertriebspartner zugeschnitten sind. Wir sind nicht Transporteur an Endverbraucher, sondern Zulieferer im Business-to-Business- Markt. Also wir konzipieren innovative Produkte exklusiv auf Bestellung für Banken, Vermögensverwalter, Versicherungen oder Finanzmakler, bringen also keine eigenen Produkte auf den Markt.» So erklärt David Swanepoel, CEO von Quantum Leben, die recht einmalige Positionierung des Produktentwicklers in Europa. Schwerpunkt sind fondsgebundene Rentenversicherungen, Sofortbeginnende Renten, die Absicherung schwerer Krankheiten und Risikolebensversicherung.
Ralf Schönung, Werner Meissl, David Swanepoel, Ferdi van Heerden, Michel Ruggaber (von links): Innovative Versicherungsprodukte exklusiv auf Bestellung.
Kapital deutlich aufgestockt
In den nächsten Monaten soll sich unter dem Dach der Quantum Holdings neben der Lebensversicherung Quantum Leben noch der Unfall- und Schadensversicherer Quantum Insurance einreihen. Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein sei dabei, Prozesse und Struktur zu prüfen, sagt Michel Ruggaber, CEO von Quantum Insurance. Im Dezember 2007 hatte die Quantum Holdings die belgische Schadensversicherung Kemper SA gekauft, die nun als Quantum Insurance nach Liechtenstein umziehen soll. Das Unternehmen plant für den Nicht-Leben-Bereich dasselbe Nischen- Geschäftsmodell, das es mit Quantum Leben verfolgt. Wegen des Neugeschäfts sei eine Kapitalerhöhung notwendig geworden, sagte Werner Meissl, Präsident des Verwaltungsrates von Quantum Leben, bei einer Medienkonferenz am Freitag in Vaduz. Versicherungsrisiken müssen mit Eigenkapital abgesichert werden, dessen Höhe sich am Volumen der Versicherungsprämien bemisst. Entsprechend stockte Quantum Holdings das Kapital von 8 Millionen auf 16,3 Millionen Euro (24,5 Mio. Franken) und die Quantum Leben von 10,1 Millionen Franken auf 18,35 Millionen Franken deutlich auf. Damit wolle man sich vor negativen Effekten der gegenwärtigen Marktturbulenzen schützen und mit einer soliden Kapitalbasis für das weitere Wachstum ausstatten.
Krise senkt Erträge
Die Finanzkrise senkte zwar in Deutschland, dem bisherigen Hauptmarkt der Quantum Leben, die Erträge. «Die Kunden warten ab, wie sich die Situation weiter entwickelt», beobachtet Ralf Schönung, Leiter Verkauf und Marketing. «Wir haben die geplanten Ziele nicht erreicht und das Prämienvolumen von 37 Millionen Euro 2007 nur auf 75 Millionen 2008 verdoppelt», bestätigte Meissl. Für 2009 habe man sich freilich 296 Millionen zum Ziel gesetzt. Dazu wolle man in Italien und auch in Deutschland das Geschäft mit Einmalprämien ausbauen, in Holland zulegen und steige neu in den Schweizer Markt ein. Von den rund 40 Mitarbeitern arbeiten 5 in der Zweigniederlassung Quantum Leben Schweiz in Zürich. Im neuen Jahr bringt Quantum Leben als erster Anbieter in der Schweiz eine Versicherung auf den Markt, die schwere Krankheiten bei Kindern absichert. «Das ist eine ziemlich neue Sache», sagt Dietmar Noelle, Leiter Vertrieb in der Schweiz. Geplant sei auch eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit, unterstrich er, wie innovativ Quantum sei. Noelle sieht im Versicherungsmarkt nach wie vor einen Wachstumsmarkt, wobei sich Versicherungen wieder stärker auf ihr eigentliches Geschäft besinnen und sich weniger an die Banken anlehnen.